Gipfelwoche – 7 lange Läufe

Gipfelwoche oder Peak-Woche. Die Woche mit dem meisten Trainingsumfang in der Vorbereitung auf meinen nächsten Etappenlauf. In 4 Wochen geht es für mich wieder in die Sahara.

Meine Gipfelwoche im Training auf dem Weg zum Marathon des Sables.

Sieben lange Läufe zwischen 18 und 32 Kilometer im Wechsel. Sechs Tage davon mit wenigstens 8kg Rucksack. Damit simuliere ich das Zusatzgewicht beim Marathon des Sables im Training. Der siebte Tag als Belohnung beim Trail-Maniak Lauftreff München (ohne Rucksack). Momentan besteht der Inhalt des Rucksacks im Training hauptsächlich aus Wasser, Handtüchern und ein paar Dosen Thunfisch. Die echte Ausrüstung nehme ich im Training nicht mit. Bis jetzt geht es nur um das Gewicht.
Vor zwei Jahren war die Zusammenstellung im Training noch etwas experimenteller. Damals hatte ich Gelierzucker, Bausilikon, Thunfisch, Wüstensand, Wasser und sonst noch einigen Kleinkram im Rucksack. Irgendwie musste ich auf das Trainingsgewicht kommen. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass Wasser der einfachste Weg ist, das Gewicht zu erreichen. Außerdem ist das Gewicht so leichter zu variieren.
Bei den Läufen vor zwei Jahren habe ich mir öfter die Frage gestellt, was passieren würde, wenn ich im Training kollabiere. Was würde sich jemand denken, der mich mit dem ganzen Zeug im Rucksack bewusstlos im Wald finden würde ?? Zum Glück ist es nie dazu gekommen. 🙂

im Perlacher Forst in der Gipfelwoche

Interessante Erlebnisse in der letzten Woche

Mir war klar, dass diese Gipfelwoche etwas besonderes werden würde.
In den letzten zwanzig Jahren bin ich im Training in einer Woche noch nie so viel gelaufen, schon gar nicht mit Rucksack. Trotzdem gab es einige überraschende Erlebnisse, die nicht direkt mit den Laufkilometern zu tun hatten.
An Tag zwei hat mich ein kleiner Hund kläffend verfolgt und immer wieder auf meine Waden gezielt. Aus “Notwehr” habe ich ihn dann mit einem Zwischensprint schreiend zweihundert Meter durch den Wald gejagt. Irgendwann ist er winselnd abgebogen.
Im Perlacher Forst habe ich eine Frau mit zwei kleinen Kindern “gefunden”, der ich den Rückweg in die “Zivilisation” zeigen konnte.
Ein scheinbar streunender Hund ist mehrere Hundert Meter mit großem Abstand vor mir hergelaufen.
Es hat teilweise stark geschneit.
Es gab tolle Lichtstimmungen und ich bin fast jedesmal vom Tag in die Nacht gelaufen.
So weit möglich bin ich im Wald gelaufen und habe die Stadt umgangen.
Insgesamt war die Woche ein tolles Erlebnis und hat viele neue Eindrücke gebracht. Außerdem einige neue Strecken, die ich bis jetzt nicht gelaufen bin.

178 km Training in 7 Tagen sind hart

Klar, das sind viele Kilometer und der Rucksack macht die Läufe nicht leichter. Letzten Sonntag war ich mir nicht sicher ob ich das alles schaffen würde. Ob ich Probleme kriegen würde mit der Muskulatur oder den Füßen. Die Belastung auf den Bewegungsapparat ist bei der Menge der Kilometer und aufgrund des Zusatzgewichts nicht zu unterschätzen. Generell lief es gut. Nur an Tag 5 habe ich etwas mehr gespürt. Da war mir nicht sicher ob meine Füße die letzten zwei Tage noch mitmachen würden. Am nächsten Tag ging es zum Glück wieder besser.
Die Summe der Läufe und die Laufzeit von 18 Stunden in einer Woche machen das Training zu einer Kopfsache. Ich laufe nicht mit Musik oder MP3-Player, weil ich immer hören will, was um mich herum passiert. Weil ich die Geräusche der Natur und die Tiere hören will. Damit habe ich nur sehr wenig Ablenkung und die Kilometer ziehen sich manchmal. Musik oder ein Hörbuch machen es sicher leichter, so einen hohen Umfang zu trainieren.

Fazit: Es ist machbar

Mein Fazit dieser Gipfelwoche ist, es ist machbar. Sicher nicht aus einem Wochenumfang von fünfzig Kiolmetern heraus. Durch konstante Erhöhung des Kilometerumfangs über mehrere Monate als Vorbereitung geht es aber. Der Kilometerumfang macht müde. Trotzdem habe ich mich weitgehend weniger erschöpft gefühlt als in einer normalen Arbeitswoche, in der ich nur ab und zu trainiere.
Es war eine logistische Aufgabe. Jeden Morgen mit dem Laufrucksack per U-Bahn in die Firma und Abends wieder zurücklaufen. Mit der Zeit werden dann die Gürtel und Lederschuhe zuhause knapp.
Viel passiert im Kopf während den Läufen. Hochs und Tiefs kommen und gehen, wie bei einem Ultralauf. Es gibt schöne Erlebnisse und neue Eindrücke und irgendwie hat die Woche auch seelisch gut getan.
Meine Grenze habe ich wieder mal verschoben.
Vor ein paar Jahren hätte ich es noch für unmöglich gehalten so eine Trainingswoche zu laufen.

Wir können alle mehr als wir glauben. Nicht nur in einer Gipfelwoche.

Move limits !

 

Hier noch meine Wochenübersicht:

Kilometer Gipfelwoche pedestrian.de

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