Gutes Wetter = zu viel Eis = zu viele Kilos –> Zeit für ein paar Tage LowCarb !

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Tolles Wetter in den letzten Wochen. Nicht ohne Folgen.

Das tolle Wetter in den letzten Wochen hat nicht nur seine schönen Seiten gehabt. Es war immer sonnig und sehr warm hier in München. Das hat sich auch auf meine Ernährung und mein Training ausgewirkt. Oft war die einzige Möglichkeit morgens sehr früh zu laufen. Am Sonntag vor einer Woche zum Beispiel bin ich deswegen um 5:15 aufgestanden und habe um 6:45 meinen Trainingslauf über 30 km und 1800 HM am Kochende gestartet. Solche Kompromisse waren in den letzten Wochen oft die einzige Möglichkeit der Hitze etwas aus dem Weg zu gehen.
Leider haben lange Läufe bei diesem Wetter den Nachteil, dass ich danach erst mal ein bis zwei Liter gekühlte Getränke in mich hinein kippe. Nein, kein Bier. Damit habe ich zum Glück kein Problem. Eistee, Cola oder sonstige Süßgetränke sind eher eine Gefahr für mich. Leider schmeckt Cola und Co mit Zucker doch meistens besser als mit Süßstoff weswegen ich leider auch nicht immer Light-Produkte trinke. Zu der relativ großen Menge Zuckerwasser kam oft noch ein Belohnungseis nach einem Lauf oder auch mal nach dem Mittagessen. Am letzten Freitag war ich dann nach längerer Zeit mal wieder auf der Waage und sehr überrascht… Zwei Kilogramm mehr und das trotz ordentlichem Trainingsumfang in den letzten Wochen. Mit dem Gewicht will ich natürlich nicht nach USA zum Grand2Grand Ultra in 5 Wochen. Die Kilos müssen weg !! Nur wie ??

Erfahrungen aus der letzten Vorbereitung

Vor etwa 1 1/2 Jahren stand ich schon mal vor einem ähnlichen Problem. Ich hatte mich entschieden am Marathon des Sables, einem 7 tägigen Etappenlauf in der Marokkanischen Sahara, teilzunehmen und mein Gewicht war, sagen wir mal, suboptimal. Beim Vortreffen der Deutschen Teilnehmer wurde mir dann von einem anderen Läufer sogar die Frage gestellt ob ich mit diesem Gewicht wirklich teilnehmen will. Ich war schockiert. In den letzten Jahren hatte ich zwar konstant zugenommen aber als dick hätte ich mich mit etwas über 80kg nicht eingestuft, eher als etwas zu schwer für einen (Ultra-)Läufer. Beim Marathon des Sables 2014 sollte mein Rucksack ca. 9 kg plus bis zu 3 Liter Wasser wiegen. Also maximal 12 Kilogramm zusätzlich zu meinem eigenen Gewicht. Meine Ziel war ca. 5 kg von diesem Zusatzgewicht an mir selbst einzusparen. Die Frage war nur wie. Eine wirkliche Idee hatte ich nicht. Weniger Essen wäre sicher eine Möglichkeit gewesen aber schwächt die Leistungsfähigkeit und kam deswegen nicht wirklich in Frage.
Zu der Zeit habe ich gerade das Buch “Der 4 Stunden Körper” von Timothy Ferris gelesen. Er hat im Selbstversuch mit Lowcarb, intensivem Kurz-Krafttraining und teilweise etwas eigenen Methoden, wie Eisbädern, schnell deutlich abgenommen und sich wie er schreibt, trotzdem wohlgefühlt.
Einen Versuch war es scheinbar wert. Also fing ich an mich weiter in das Thema LowCarb einzulesen und suchte nach weiteren Informationen und Rezepten. Viele Infos und Grundlagen habe ich im Buch “Mehr vom Sport. Lowcarb und LOGI in der Sporternährung gefunden“. Auch wenn ich die Variante einer ehemaligen Leistungssportlerin, 20 Eier an einem Tag zu essen, nicht empfehlen würde ;-).
Ich orientierte mich zuerst an der Methode von Timothy Ferris die in vielen Punkten darauf zielt die LowCarb-Ernährung “männerfreundlich” und unkompliziert in den Alltag zu integrieren. Es darf nicht lange dauern, muss wenig Aufwand machen, muss essbar sein und die LowCarb-Kriterien erfüllen. Wenn diese Punkte nicht erfüllt sind hält man es nicht lange durch und greift wieder auf schnell verfügbare Lebensmittel zurück und vernichtet damit den Abnehmeffekt.

Was ist überhaupt LowCarb ?

LowCarb ist eine Form der kohlenhydratarmen Ernährung bei der ein Großteil der Kohlenhydrate durch Fett und Proteine ersetzt werden. Gegenüber der für Westeuropa üblichen Ernährung mit ca. 50% Kohlenhydratanteil wird bei der LowCarb-Ernährung der Anteil der Kohlenhydrate je nach Variante bis zeitweise bis auf 0% reduziert.
Die Ernährung wird weitgehend auf Gemüse, Salat usw. in Verbindung mit einer Proteinkomponente umgestellt. Zucker, Mehlprodukte, Brot, Alkohol usw. sind je nach Variante zeitweise gestrichen oder stark reduziert. Durch den Entzug von Kohlenhydraten wird der Körper gezwungen Fett zu verbrennen. Über die erhöhte Proteinzufuhr wird der von Diäten bekannte Abbau von Muskulatur vermieden. Da bei LowCarb von bestimmten Lebensmitteltypen unbegrenzt gegessen werden darf kann man hierbei auch nicht von einer Diät sprechen.

Wie lief es bei mir ?

Ich habe ab November 2014 für 8 Wochen meine Ernährung umgestellt. An 6 Tagen in der Woche gab es nur noch Lebensmittel nach LowCarb-Vorgaben. Kein Brot zum Frühstück, stattdessen z.B. Omelett mit Gemüse und ab und zu etwas Käse. Paprika und Mandeln als Snacks. Mittagessen in der Firmenkantine aber ohne “Sättigungsbeilagen” wie Kartoffeln oder Reis. Dafür etwas mehr Gemüse und Abends zum Beispiel Thunfisch mit Brechbohnen. Jeden Samstag war Load-day. Das bedeutet, all you can eat and all you like. Ein Tag in der Woche Chips, Pommes, Schokolade, Cola usw..Dieser Tag ist gut für den Kopf. Man kann sich immer darauf freuen, dass nach 6 Tagen wieder alles verfügbar ist auf das man 6 Tage verzichtet hat. Die kontraproduktive Ernährung an diesem einen Tag pro Woche hat aber nur geringe Auswirkungen. Bei mir war das Gewicht 2 Tage nach dem Load day schon wieder unter dem Wert der Vorwoche.
Nach 8 Wochen in denen ich weitgehend konsequent war, hatte ich zu meiner großen Überraschung 6kg abgenommen. Ich kann aus eigener Erfahrung also sagen, dass es funktioniert. Es braucht nur den Willen und etwas Konsequenz. Ganz nebenbei bin ich in dieser zeit noch meinen schnellsten Halbmarathon der letzten 5 Jahre gelaufen.
Nach meinem USA Trip werde ich einen ausführlichen  Artikel zu dem Thema schreiben.

Nächste Runde.

Da ich mir jetzt wieder ungeplant 2 kg angefuttert habe werde ich nochmal eine Runde Lowcarb vor meiner Abreise nach USA einlegen. Die 2 kg werde ich hoffentlich schnell wieder abbauen. Hoffentlich, durch den hohen Trainingsumfang der nächsten Wochen, nochmal 1 weites Kilo. Zum Glück mag ich Bohnen 😉

2 thoughts on “Gutes Wetter = zu viel Eis = zu viele Kilos –> Zeit für ein paar Tage LowCarb !

  1. FloBru

    Mit 80kg zu viel Gewicht? Da bin ich für meine 85kg aber deutlich zu klein…

    Jetzt wird mir aber schon klar, warum du immer vor mir im Bivouac warst 🙂

    1. ThomasThomas Post author

      80 sind bestimmt 20 mehr als Mohamad Ahansal. Denke das ist schon viel.
      War ich immer vor dir im Bivouac ?? Irgendwann ja aber immer weiß ich nicht.

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