Meine Ausrüstung für Etappenläufe – Teil 1 – Die Kleidung

Wenn man sich zu einem Etappenlauf wie dem Marathon des Sables oder dem
Grand 2 Grand Ultra anmeldet ist die Ausrüstung neben dem Training einer der wichtigsten Punkte.
Alles was ich mitnehme soll optimal funktionieren, multifunktional sein und außerdem so stabil, dass es wenigstens die Dauer des Laufs übersteht. Dazu noch möglichst leicht da ich alles eine Woche über die schönsten Laufstrecken der Erde schleppen darf.Damit ihr einen kleinen Einblick oder evtl. auch ein paar Anregungen für eure eigene Ausrüstung bekommt, werde ich euch jetzt und in den nächsten Tagen meine aktuelle Ausrüstung für den G2G Ultra vorstellen.

Los geht’s mit der Kleidung:

Kleidung für G2G Ultra
Eine Cap als Sonnenschutz und eine Sonnenbrille sind bei Läufen in der Wüste absolut notwendig. Diesmal habe ich auf den Nackenschutz an der Kappe verzichtet. Ich bin aber nicht sicher ob das eine gute Idee ist. Sonnenbrand im Nacken ist etwas was ich sicher nicht gebrauchen kann.
Ein Schlauchtuch (Buff) als Mütze, Halstuch, Verdunklung um zu schlafen. Dieses Teil ist so vielseitig einsetzbar und dazu noch sehr leicht.
Mein Trikot wird, wie auch letztes Jahr in Marokko das X-Bionic Fennec sein. Der Hersteller behauptet, dass es die Hitze teilweise reflektiert und damit die Körpertemperatur weniger ansteigt. Meine Selbstversuche haben das weitgehend bestätigt. Außerdem liegt es eng an und vermeidet damit Reibung durch den Rucksack am Rücken. Die Deutschlandfahne als Aufnäher ist übrigens vom Veranstalter vorgeschrieben. Auf den anderen Ärmel kommt noch das Logo des Laufs.
Als Unterwäsche kommt dazu ein Funktionsunterhose, die den Vorteil hat, dass sie eng sitzt und nicht reibt. Die Laufshorts habe ich letztes Jahr schon ihrer Innenhose beraubt. Einerseits um Gewicht zu sparen und andererseits um weniger wärmenden Stoff an mir zu haben.
Sicher geht es dabei nur um wenige Gramm aber 20 Gramm hier und dort ergeben in Summe auch ein Kilogramm…
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Die Armlinge. Superleicht und mit Lichtschutzfaktor 50 damit ich mir an den Armen keinen Sonnenbrand hole. Dazu noch ein paar sehr leichte Radhandschuhe. Auch diese sind weitgehend als Sonnenschutz gedacht. Da wir beim G2G am letzten Tag auch eine Kletterpassage haben, werden sie mir hoffentlich auch dort helfen.
Sonnenschutz ist in Wüstenregionen natürlich immer ein besonderes Thema. Während dem Lauf habe ich die Arme und Hände immer in der Sonne. Sonnenmilch habe ich aber nur 30ml dabei. Die wird für das Gesicht benötigt und kann nicht für die Arme verschwendet werden.
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Waden- und Oberschenkelkompression. Nach sehr guten Erfahrungen im Training und beim Marathon des Sables bin ich auch diesmal wieder beim gleichen Hersteller gelandet.
Kompressionsbekleidung ist generell eine Glaubensfrage. Sie wird von diversen Herstellern in großen Stückzahlen verkauft ob sie wirklich messbaren Nutzen bringt ist eine andere Frage. Generell soll durch die Kompression die Durchblutung verbessert werden, die Erschütterung der Muskulatur und damit die Ermüdung verringert werden und eine schnellere Regeneration ermöglicht werden. Meiner Erfahrung nach funktioniert das für mich. Während langen Läufen wird meine Muskulatur stabilisiert und nach dem Lauf trage ich die Teile noch ca. 1 Stunde weiter um die Regeneration zu beschleunigen.
Wichtig ist dabei, dass die Größe genau passt. Angaben dazu finden sich in den Produktbeschreibungen der Hersteller.
Wenn man die Kompressionsteile zu eng kauft kann man sich nämlich deutlich mehr schaden als einem lieb ist. Ich weiß wovon ich rede. Vor einigen Jahren musste ich aus diesem Grund einen Wettkampf abbrechen.
Speedcross Schuhe
Die Schuhe. Ein ganz “schlechtes” Thema. Wenn ich mir ansehe wie viele Laufschuhe ich habe, denke ich manchmal, dass an mir eine Frau verloren gegangen ist. Das ist aber  ein typisches Läuferproblem. Die Industrie bietet uns mittlerweile für jeden kleinsten Unterschied bei Gelände oder Wetter ein neues Schuhmodell an. Das dann noch in X Farben und ich tappe immer wieder in die Marketingfalle 🙂
Diesmal wird mein Schuh wieder der Speedcross von Salomon sein. Super Grip auf fast jedem Gelände, solange es trocken ist. Regen oder nassen Fels erwarte ich weniger. Eher Geröll und Sand.
Mein Training in den letzten Tagen hier in den USA hat mir gezeigt, dass auch noch einiges an Sandstein dazu kommen wird. Der absolute Feind der Sohle des Speedcross. Diese Sohle hat sehr viel Profi und ist ziemlich weich. Gut in Geröll und Schlamm. Auf Fels und Stein reibt sie sich dafür sehr schnell ab.
Ein weiteres Argument für den Schuh ist das geniale “Schnürsystem” von Salomon. Es lässt sich zuziehen und verhindert, dass man ständig wieder die Schuhe binden muss.
Gamaschen Schuhe gegen Sand
Last but not least die Gamaschen und Socken. Im Gegensatz zum Marathon des Sables letztes Jahr erwarte ich diesmal weniger Sand. Es wird auch Wüstenpassagen geben aber voraussichtlich nicht dauerhaft tiefen Sand.
Die Gamaschen sollen kleine Steine und Sand aus meinen Schuhen fern halten und damit Blasen vermeiden. Sollten doch Fremdkörper bis an die Schuhe kommen ist die Lasche bei den Salomon Schuhen eingenäht und fängt damit auch einiges ab. Als letzten Schutz für meine Füße habe ich dann ein paar spezielle Socken die in sich selbst zweilagig sind. Das bedeutet, dass die Lagen aufeinander reiben anstatt meine Haut zu strapazieren.

Das war ein Überblick über meine aktuelle Kleidung für den G2G.

Ihr habt Verbesserungsvorschläge oder Fragen ? Dann hinterlasst mir einen Kommentar 🙂

Gruß
Thomas

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