Warum ich meinen Homerun verschoben habe

Ende August wollte ich in Rüdesheim am Rhein starten, dann den ersten Kilometer die Fähre über den Rhein nehmen um danach von Bingen über Karlsruhe und Stuttgart in 11 Tagen bis nach München zu laufen. Trotzdem habe ich meinen Homerun verschoben. Warum ?

Alles war vorbereitet

Die komplette Strecke war geplant, ich hatte trainiert, alle Übernachtungen vereinbart bzw. reserviert. Die ganze Strecke (soweit möglich) ausgearbeitet. Das Zugticket war gebucht und Urlaub hatte ich auch genommen. Alles war bereit.
Brücke in Heidelberg am Schloss

Warum habe ich meinen Homerun trotzdem verschoben ?

Etwas mehr als eine Woche vor dem Lauf war ich mit zwei Freunden in den Bergen zum Wandern. Eine schöne, alpine aber konditionell nicht anspruchsvolle Tour. Trotzdem habe ich mich dabei nicht fit gefühlt. Hatte Kopfschmerzen und war schlapp. So als wäre eine Grippe im Anmarsch. Also absolut nicht die Verfassung die ich vor einem Lauf quer durch Deutschland gerne gehabt hätte.
Früher hätte ich wahrscheinlich mit irgdendwelchen fragwürdigen Grippemitteln versucht mich lauffit zu machen. Wenn es ein Eintageslauf gewesen wäre, wäre ich vermutlich auch disemal an den Start gegangen aber es sollten 11 Tage werden. Etwa 450 Kilometer. Eine Strecke und eine Belastung für den Körper, die ich mir nur komplett gesund zumuten wollte.
Deswegen habe ich dann die schwere Entscheidung getroffen und den Lauf verschoben, alles storniert und bin zu allem Übel stattdessen sogar noch arbeiten gegangen.

Es gibt nicht nur Erfolgsgeschichten

In letzter Zeit kommt es mir vor als würden immer mehr Leute solche scheinbar verrückten Projekte machen. Überall können wir die Erfolgsgeschichten von Läufern lesen oder auf youtube Videos davon sehen. Aber es kann nicht immer alles nach Plan laufen. Nicht jedes Projekt wird ein Erfolg. Auch wenn kaum einer über die gescheiterten Projekte schreibt. Es gibt sie.
Wir sind keine Maschinen und können unsere Grenzen nicht im Wochenrhythmus überschreiten. Manchmal gibt uns der Körper ein Signal, dass es gerade der falsche Zeitpunkt ist und man jetzt gerade lieber vernünftig sein sollte. Sei es eine Krankheit oder eine Verletzung oder einfach mal zu wenig Zeit um sich optimal auf einen Lauf vorzubereiten.
Bei mir war es Ende August der falsche Zeitpunkt für meinen Lauf aber der richtige Zeitpunkt auf meinen Körper zu hören.

Neue Gelegenheit

Abgeschlossen ist das Thema Homerun damit natürlich trotzdem nicht. Ich habe meinen Lauf  zwar verschoben aber die Planung steht jetzt und ich werde eine andere Gelegenheit und ein paar Tage Urlaub suchen um den Lauf nachzuholen.
Vernünftig zu sein bedeutet nicht gleichzeitig ein Ziel oder ein Projekt aufzugeben. Was jetzt nicht funktioniert kann in einem Monat oder Jahr möglich sein, wenn man das Ziel nicht aufgibt.

 

 

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